Samstag, 23. September 2017, 20 Uhr
Fazil Say spielt Beethoven

Fazil Say
Fazil Say

Fazil Say ist eines der wenigen Universalgenies der Musikwelt: ob als herausragender Pianist, Komponist poetischer Klangbilder, unermüdlicher Advokat der Musik oder streitbarer Gesellschaftskritiker: der renommierte Komponist und Pianist Fazil Say prägt das „Festival der Nationen“ seit dem vergangenen Jahr als „Artist in Residence“. Fazil Say gelingt durch seine Musik und sein Wirken stets der befruchtende Dialog der Kulturen – ein wichtiges Talent in der heutigen, so konflikthaften Zeit.

Seinen ersten Klavierunterricht erhielt Fazil Say bei Mithat Fenmen, einem Pianisten, der bei Alfred Cortot in Paris studiert hatte. Fenmen – vielleicht ahnend, wie groß das Talent des Jungen war – bat seinen Schüler, jeden Tag erst einmal über Themen des Alltags zu improvisieren, bevor er sich mit den notwendigen klavieristischen Übungen und Studien beschäftigte. In dieser Auseinandersetzung mit freien kreativen Prozessen und Formen wurde der Ursprung für das enorme improvisatorische Talent und die ästhetische Anschauung gelegt, die den Kern des Selbstverständnisses des Pianisten und Komponisten Fazil Say bildet. Schon als Student war der türkische Pianist eine Bühnenerscheinung, der alle Aufmerksamkeit auf sich zog. Say ist ein Extremmusiker, bei dem man den Eindruck hat, 88 Tasten reichten ihm nicht, um all das auszudrücken, was er in der Musik entdeckt.

Sein Schaffen umfasst Kompositionen für Soloklavier und Kammermusik bis hin zu Solokonzerten und großen Orchesterwerken. Den Feinschliff als klassischer Pianist erhielt Fazil Say ab 1987 bei David Levine, zunächst an der Musikhochschule „Robert Schumann“ in Düsseldorf, später dann in Berlin; vor allem seine Mozart- und Schubert-Interpretationen haben hier ihren gleichsam ästhetischen Urgrund. Seine herausragende Technik ermöglichte es ihm überdies bald schon, die sogenannten Schlachtrösser der Weltliteratur in staunenswerter Souveränität zu bewältigen. Und eben diese Mischung aus Feinsinn bei Haydn, Bach und Mozart und virtuosem Glanz in den Werken von Liszt, Mussorgsky oder Beethoven führten schließlich 1994 zum Sieg beim Internationalen Wettbewerb „Young Concert Artists“ in New York. Fazil Say konzertierte in der Folge mit sämtlichen renommierten amerikanischen und europäischen Orchestern und zahlreichen großen Dirigenten und erarbeitete sich dabei ein vielfältiges Repertoire, das von Kompositionen von Johann Sebastian Bach über die „Klassiker“ Haydn, Mozart und Beethoven sowie die Romantik bis zur zeitgenössischen Musik reicht.

Seine Einspielungen der Werke Bachs, Mozarts, Gershwins und Strawinskis bei Teldec Classics sowie Mussorgskis, Beethovens und eigener Werke beim französischen CD-Label „Naїve“ wurden von der Plattenkritik hoch gelobt und mehrmals ausgezeichnet. Seit 2016 ist er Exklusivkünstler bei Warner Classics. Fazil Say ist dreifacher ECHO Klassik Preisträger und gastiert beim „Festival der Nationen“ von 2016 bis 2018 als „Artist in Residence“.

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