Samstag, 22. September 2018, 20 Uhr

Sonderkonzert

Jonas Kaufmann
Jonas Kaufmann

Seit seinem Debüt an der Metropolitan Opera New York 2006 in „La Traviata“ gehört Jonas Kaufmann zu den Topstars der Klassik. Für viele ist er „der neue König der Tenöre“.

Kaufmann stammt aus München. Dort absolvierte er sein Gesangsstudium. Nach seinen ersten Bühnenjahren am Staatstheater Saarbrücken und Engagements in Stuttgart, Frankfurt, Hamburg sowie Mailand ging er 2001 an die Oper in Zürich. Von dort aus begann seine internationale Karriere, mit Auftritten bei den Salzburger Festspielen, an der Lyric Opera Chicago, der Pariser Oper, der Covent Garden Opera in London, der Mailänder Scala, der Deutschen Oper, der Staatsoper in Berlin, der Wiener Staatsoper und der Metropolitan Opera in New York. 2010 gab der Tenor sein Debüt als Lohengrin bei den Bayreuther Festspielen in der Aufsehen erregenden Inszenierung von Hans Neuenfels.

Kaufmann ist im italienischen und französischen Repertoire international genauso gefragt wie im Deutschen. Vier Rollendebüts im italienischen Repertoire brachte das Frühjahr 2015: Die Titelpartie in Giordanos „Andrea Chenier“ in einer Neuproduktion in London mit Antonio Pappano, den Radames in Verdis „Aida“ in Rom und beide Tenor-Partien in der Neuinszenierung von „Cavalleria rusticana/Pagliacci“ bei den Salzburger Osterfestspielen.

Nach der erfolgreichen Neuproduktion von Wagners „Meistersinger“ im Jahr 2016 an der Bayerischen Staatsoper sang Kaufmann erstmals beide Partien in Mahlers „Lied von der Erde“. Im August 2016 debütierte er mit Liederabenden und Konzerten in Südamerika und gab im Juni 2017 sein lang erwartetes Rollendebüt als Otello am Royal Opera House in London. An der Pariser Oper verkörperte Kaufmann zu Beginn der Spielzeit 2017/18 zum ersten Mal Verdis „Don Carlos“ in der originalen französischen Version. Es folgten im Herbst seine erste China-Tournee sowie die Wiederaufnahme von „Andrea Chenier“ an der Bayerischen Staatsoper. Weitere Highlights der letzten Monate waren u. a. Opernkonzerte in Japan, Konzerte mit dem zweiten Akt von Wagners „Tristan“ in Boston und New York, Aufführungen von „Andrea Chenier“ im Teatro Liceu in Barcelona und an der Wiener Staatsoper, eine Neuproduktion von Wagners „Parsifal“ an der Bayerischen Staatsoper, ein Konzert in der Waldbühne Berlin, Liederabende in der Carnegie Hall und Santa Monica sowie eine Europa-Tournee zusammen mit Diana Damrau mit der Aufführung des „Italienischen Liederbuchs“ von Hugo Wolf.

Liedgesang ist für Kaufmann „die Königsklasse des Singens“, erfordert dieses Genre doch wesentlich mehr Feinarbeit und Differenzierung als jede andere gesangliche Disziplin. Seine Partnerschaft mit dem Pianisten Helmut Deutsch, mit dem er schon seit seinem Studium in München zusammen arbeitet, hat sich im Aufnahmestudio genauso bewährt wie in zahllosen Konzerten, so auch am 30.10.2011 an der Metropolitan Opera in New York. Es war das erste Solo-Rezital, das nach Luciano Pavarotti (1994) an der Met gegeben wurde.

Kaufmann ist Exklusivkünstler bei Sony Music Entertainment. Viele seiner CD und DVDs wurden mit internationalen Preisen wie dem „Gramophone Award“ ausgezeichnet. Mehrmals wurde er zum „Sänger des Jahres“ gewählt, so von der Redaktion der Fachzeitschrift „Opernwelt“, der Klassik-Magazine „Diapason“ und „Musical America“ wie auch von den Jurys der „International Opera Awards“ und des „ECHO Klassik“. 2013 wurde er zum Bayerischen Kammersänger ernannt, 2014 erhielt er den Bambi in der Kategorie „Klassische Musik“, 2015 den Premio Puccini, 2016 das Bundesverdienstkreuz. 2017 wurde ihm erneut der „ECHO Klassik“ verliehen.

Für das Sonderkonzert mit Jonas Kaufmann ist am 22. September 2018 ein separates Programmheft erhältlich.

Liederabend

Nicht der Klassik, sondern der Romantik ist das Kunstlied eine „klassische“ Gattung. Erst mit Schubert gewinnt es die Bedeutungstiefe, die Meyers Conversationslexikon von 1852 umschreibt: „Der Charakter des Liedes gründet sich auf die Darstellung eines einzigen, bestimmten, bestimmt ausgesprochenen Gefühls unter der Einheit einer möglichst vollkommenen ästhetischen Form, welche für den Gesang geeignet seyn muß.“ Ist die Bedeutung der Gattung für das Gesamtschaffen bei Mozart, Schubert und Strauss auch höchst unterschiedlich, allen gemeinsam ist der Fokus auf die menschliche Stimme als Ausdrucksträger.

Helmut Deutsch
Helmut Deutsch

Helmut Deutsch zählt zu den gefragtesten Liedbegleitern unserer Zeit. In Wien geboren, studierte er am Konservatorium, an der Musikakademie und der Universität seiner Heimatstadt, erhielt den Kompositionspreis der Stadt Wien und mit 24 Jahren seine Professur.

Schon in seiner Studienzeit konzentrierte sich sein Hauptinteresse auf das Lied, daneben aber betätigte er sich über mehrere Jahrzehnte als Kammermusiker in allen erdenklichen Formationen mit zahlreichen Instrumentalisten von Weltrang. Seine internationale Karriere als Liedbegleiter begann mit der Sopranistin Irmgard Seefried. Entscheidender Sänger in seinen jungen Jahren wurde Hermann Prey, dessen fester Partner er für zwölf Jahre in mehreren hundert Konzerten war. In weiterer Folge arbeitete er mit einem Großteil der bedeutendsten Liedsänger zusammen und konzertierte in allen renommierten Musikzentren der Welt.

In der Gegenwart zählen Diana Damrau sowie die Sänger Jonas Kaufmann, Michael Volle und der junge Schweizer Tenor Mauro Peter zu seinen vorrangigen Partnern. Die Arbeit von Helmut Deutsch ist auf mehr als hundert Tonträgern dokumentiert. Darunter spiegeln einige sein zentrales Anliegen wider: die Wiederbelebung zu Unrecht vergessener Komponisten der Vergangenheit.

Eine andere Aufgabe, die ihm im Laufe der Jahre immer mehr zu einer Herzensangelegenheit wurde, ist die Ausbildung und Förderung junger Talente. Seine Lehrtätigkeit setzte sich nach den Jahren in Wien vor allem an der Hochschule für Musik und Theater in München fort, wo er 28 Jahre lang Professor für Liedgestaltung war; daneben gibt er bis heute eine ständig wachsende Anzahl von Meisterkursen in Europa und im Fernen Osten und bleibt durch Gastprofessuren weiterhin mit Hochschulen verbunden. Zu seinen Studenten zählten unter vielen anderen Juliane Banse, Jonas Kaufmann, Dietrich Henschel, Christian Gerhaher und Wolfram Rieger.

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