Sonntag, 5. September 2021, 17.30 und 20.30 Uhr

Sonderkonzert

Anne-Sophie Mutter
Anne-Sophie Mutter

Anne-Sophie Mutter ist ein musikalisches Phänomen: Seit über 40 Jahren konzertiert die Virtuosin weltweit in allen bedeutenden Musikzentren und prägt die Klassikszene als Solistin, Mentorin und Visionärin. Dabei ist die viermalige Grammy Award Gewinnerin der Aufführung traditioneller Kompositionen genauso verpflichtet wie der Zukunft der Musik: 28 Werke hat sie bislang uraufgeführt – Unsuk Chin, Sebastian Currier, Henri Dutilleux, Sofia Gubaidulina, Witold Lutoslawski, Norbert Moret, Krzysztof Penderecki, Sir André Previn, Wolfgang Rihm, Jörg Widmann und John Williams haben für Anne-Sophie Mutter komponiert. Darüber hinaus widmet sie sich zahlreichen Benefizprojekten und der Förderung musikalischen Spitzennachwuchses: Im Herbst 1997 gründete sie den „Freundeskreis Anne-Sophie Mutter Stiftung e. V.“, dem 2008 die Anne-Sophie Mutter Stiftung zur Seite gestellt wurde. Im Rahmen dieser beiden gemeinnützigen Institutionen werden die Stipendiaten nach ihren individuellen Bedürfnissen unterstützt.
2019 war sie zum ersten Mal im Rahmen eines Open Air Konzertes zu erleben. Unter dem Titel „Across the Stars“ standen in München herausragende Werke des mehrfachen Oscar-Preisträgers John Williams auf dem Programm, die der Komponist speziell für sie adaptierte. Zudem erschien ihre CD-Einspielung dieses neuen und in dieser Form bislang ungehörten Williams Repertoires. Das Beethoven Jubiläumsjahr 2020 begann Anne-Sophie Mutter mit Rezital-Abenden in den USA. An ihrer Seite für die Violinsonaten Nr. 4, 5 und 9, Lambert Orkis. Die Beethoven-Einspielung der beiden Ausnahmemusiker wurde u.a. im Jahr 2000 mit einem Grammy Award ausgezeichnet. Mit sechs derzeitigen und ehemaligen Stipendiaten ihrer Stiftung (Ye-Eun Choi, Vladimir Babeshko, Pablo Ferrández, Wei Lu, Daniel Müller-Schott und Kian Soltani), welche ihrerseits inzwischen auf eigener internationaler Karriere weltweit konzertieren, führt sie in unterschiedlichen Ensemble-Besetzungen Beethovens Streichquartett in G-Dur, op. 18 Nr. 2, Haydns Streichquartett in Es-Dur, op. 20 Nr. 1 sowie Jörg Widmanns Studie über Beethoven, welche am 22. Februar 2020 in Tokio uraufgeführt wurde, auf. In der Saison 2021/2022 stehen u. a. eine ausgedehnte Europa-Tournee mit „Mutter’s Virtuosi“, Kammermusik-Programme mit Violinsonaten sowie Klaviertrios von Wolfgang Amadeus Mozart mit Lambert Orkis und Maximilian Hornung auf dem Programm.
Das ihr gewidmete Violinkonzert von André Previn wird sie mit dem Royal Philharmonic Orchester unter Vasily Petrenko auf einer Tournee aufführen. Im Sommer 2022 stehen zudem mit neuen Violinkonzerten von John Williams und Thomas Ades zwei Uraufführungen auf dem Programm. Mit Auszügen aus ihrer CD „Across the Stars“ ist sie außerdem in der Hollywood Bowl zu hören.
Neben vielen weiteren Preisen und Auszeichnungen ist die Geigerin Trägerin des Großen Bundesverdienstkreuzes, des französischen Ordens der Ehrenlegion, des Bayerischen Verdienstordens sowie des Großen Österreichischen Ehrenzeichens.

Beethoven-Violinsonaten

In nur sieben Jahren, zwischen 1797 und 1803, entstanden neun von den insgesamt zehn Violinsonaten Ludwig van Beethovens (1770-1827). Seine Gattungsbeiträge konzentrieren sich somit auf ein vergleichsweise kleines und zudem frühes Zeitfenster im Schaffen des Komponisten, dessen Geburtsjahr sich 2020 zum 250. Mal jährt. Die Gattung selbst ist ein Kind der Klassik, die der erstarkenden, bürgerlichen Musikkultur ihre Blüte verdankt. Von den Zeitgenossen wurde sie gemeinhin als „Sonate für Pianoforte und Violine“ bezeichnet, ein Hinweis auf die ursprüngliche Konzeption als Klavierstück mit Violin-Begleitung. Erst Mozart macht aus dem Genre einen Dialog zweier gleichberechtigter Partner. Beethoven greift dessen modernere Herangehensweise auf: Klavier und Violine begegnen sich hier auf Augenhöhe. Und er geht sogar einen Schritt weiter: Die „Kreutzer-Sonate“ sprengt den intimen Rahmen der Kammermusik und präsentiert sich als großangelegtes Konzert zweier Solisten.

Lambert Orkis
Lambert Orkis

Lambert Orkis genießt internationale Anerkennung als Kammermusiker und Interpret zeitgenössischer Musik sowie als Experte für Aufführungen auf historischen Instrumenten.
Als Rezitalpartner tritt er seit 1988 gemeinsam mit der Geigerin Anne-Sophie Mutter auf. Er ist Kammermusikpartner zahlreicher weiterer renommierter Instrumentalisten und konzertierte über elf Jahre zusammen mit dem Cellisten Mstislaw Rostropowitsch. Er hat mit führenden Dirigenten als Solist sowie mit weltweit anerkannten Streichensembles zusammengearbeitet.

Die breitgefächerte Diskographie umfasst Werke der klassischen, romantischen und zeitgenössischen Epochen. Zahlreiche Aufnahmen hat er gemeinsam mit Anne-Sophie Mutter für die Deutsche Grammophon aufgenommen. Einen Grammy gewann das Duo für die Aufnahme der Beethoven-Sonaten als beste Kammermusikeinspielung des Jahres 2000. Im Jahr 2006 wurde ihre Aufnahme der Mozart-Sonaten für Klavier und Violine mit einem „Choc de l’année” ausgezeichnet.

In Anerkennung seines Lebenswerks erhielt Lambert Orkis das Bundesverdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland. Er ist Gründungsmitglied der Kennedy Center Chamber Players und des auf historischen Instrumenten spielenden Smithsonian Institution's Castle Trios sowie Erster Pianist des National Symphony Orchestra in Washington. Als Professor für Klavier lehrt er an der Temple University Philadelphia.

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